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Prof. Böhle und Prof. Stone aus New York bei der Behandlung
 

Behandlungsablauf

Mit der "„LDR-Brachytherapie"“ hat sich eine moderne Variante der Strahlenbehandlung etabliert, die Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom eine gleichbleibende Lebensqualität ermöglicht. Der Grundgedanke liegt darin, dass die lokale Anwendung der Strahlenquelle eine hohe Herddosis in der Prostata unter gleichzeitig weitgehender Schonung des umliegenden Gewebes ermöglicht.

 

„"LDR"“ ist die englische Abkürzung für "„low dose rate"“ und „"Brachys"“ bedeutet aus dem Griechischen übersetzt „"kurz“". Bei der LDR-Brachytherapie wird der Tumor aus kurzer Entfernung direkt von innen bestrahlt. Dem Patienten werden in einer rund einstündigen Operation radioaktive Jod-125 „"Seeds“" eingepflanzt – reiskornkleine Titan ummantelte Stifte.

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Die Seeds werden Ultraschall gesteuert durch Hohlnadeln über den Beckenboden in die Prostata eingebracht. Die stäbchenförmigen Mini-Implantate bleiben dauerhaft in der Vorsteherdrüse und strahlen dort mit einer Halbwertszeit von ca. 60 Tagen. Durch die permanente Strahlung wird das Karzinom gezielt bestrahlt, während die angrenzenden Organe wie Harnblase und Enddarm geschützt bleiben.
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Wenige Wochen vor der Operation wird in einer Ultraschalluntersuchung die Form und Größe der Prostata bestimmt. Aus diesen Angaben wird die benötigte Anzahl an Seeds berechnet. Am Operationstag erfolgt der Eingriff normalerweise in Vollnarkose. Nach Einlegen eines Harnblasen-Katheters wird eine Ultraschallsonde, die eine axiale und longitudinale Bildgebung erlaubt, im Rektum platziert. Es werden mehrere Schnittbilder der Prostata erfasst. Daraus wird die Anzahl und die genaue Position der Seeds in der Prostata berechnet. Der Physiker erstellt vor Ort im OP einen Bestrahlungsplan.

 

Die Real-Time oder intraoperative Methode hat den Vorteil, dass die Seeds besonders genau platziert werden können. Nach dem Bestrahlungsplan werden insgesamt 20-30 ca. 2mm feine Hohlnadeln durch die Haut zwischen Skrotum und Rektum in die Prostata eingestochen. Die winzigen (4,5 x 0,8 Millimeter kleinen) Seeds werden unter Ultraschallkontrolle durch die Hohlnadeln an die vorher berechneten Positionen in der Prostata gebracht und punktgenau abgelegt. Das geschieht unter ständiger Ultraschall-Kontrolle, die es erlaubt, die Dosisabdeckung jederzeit anzupassen.

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Mögliche Begleiterscheinungen der Seed-Implantation sind: vorübergehende Blutspuren im Urin oder in der Samenflüssigkeit, eine Blutergussbildung im Beckenbereich, Harnwegs-, Prostata- oder Enddarmentzündungen, eine vermehrte Harndrangsymptomatik sowie eine Restharnbildung. Unwillkürlicher Urinverlust ist sehr selten (< 1%) und tritt meist nur nach kürzlich vorangegangener Ausschälungsoperation der Prostata auf. Auch eine strahlungsbedingte Potenzstörung (<10%) kann auftreten, sie ist jedoch in der Mehrzahl der Falle einer medikamentösen Therapie mit den Praparaten Cialis®, Levitra® oder Viagra® zuganglich.

 

Ein wesentlicher Aspekt ist die schnelle Erholung und damit Wiederherstellung der Alltagsaktivitaten und Arbeitsfahigkeit innerhalb von wenigen Tagen.


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60-100 Seeds werden bei einem Eingriff eingepflanzt - je nach Größe der Prostata.